12.01.16

Kirche steht vor großen Herausforderungen

Von: PN 9.1. Von Nicole Laskowski

130 Gäste kommen zum ökumenischen Neujahrsempfang der Kirchen ins Friedrich-Spee-Haus.

Superintendent Volker Menke (von links), Referent Hans Hobelsberger und Pfarrer Hendrik Rust sprachen beim Neujahrsempfang.Fotos: Nicole Laskowski

Ein hochaktuelles Thema stand im Mittelpunkt des ökumenischen Neujahrsempfangs der Kirchen im Friedrich-Spee-Haus. Referent Hans Hobelsberger von der katholischen Fachhochschule Paderborn nahm unter dem Motto "Wenn die Ränder zur Mitte werden" die heutigen Herausforderungen für die Kirche in den Blick.

Zunächst begrüßte der katholische Pfarrer Hendrik Rust als Gastgeber die rund 130 Besucher: "Ich freue mich, dass trotz der widrigen Wetterumstände so viele der Einladung gefolgt sind." Für den evangelisch-lutherischen Kirchenkreis übernahm Superintendent Volker Menke die Begrüßung. Er hielt auch die Andacht und nahm dabei Bezug auf die Jahreslosung 2016 "Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet".

"Gott schenkt Lachen und Lebensfreude immer wieder neu. Er ist treu und hält ohne Wenn und Aber zu seiner Welt und seinen Menschen. Wie sehr man darauf bauen will, muss jeder selber sehen", bekräftigte der Superintendent.

Im anschließenden Vortrag nahm Hans Hobelsberger zunächst Bezug auf die aktuelle Situation mit Kriegen und Krisen, die zum großen Flüchtlingsstrom nach Deutschland und Europa geführt haben. Er lobte die große Hilfs- und Aufnahmebereitschaft bei den vielen Ehrenamtlichen. Er mahnte aber auch die Politik und andere Institutionen, ihre Aufgaben entsprechend wahrzunehmen, damit das Vertrauen der Menschen nicht enttäuscht wird.

"Und die Kirchen? Gerade die katholische Kirche musste in den letzten Jahren schmerzlich lernen, dass es kein Vertrauen ohne Glaubwürdigkeit gibt. Papst Franziskus versucht hier, die Marschrichtung grundlegend zu ändern", führte der Referent Hans Hobelsberger aus. Kirche solle und müsse hinausgehen an die Ränder der menschlichen Existenz, weil sie sich dort selber finde. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sollten als Leitlinien dabei dienen.

Nach dem kurzweiligen und sehr interessanten Vortrag eröffnete Pfarrer Rust das Büfett, nicht ohne vorab alle fleißigen Helfer in den Vortragsraum zu bitten. Reichlich Applaus belohnte sie, bevor es bei Häppchen und kühlen Getränken reichlich Gelegenheit für Gespräche gab.

"Die Kirche musste lernen, dass es kein Vertrauen ohne Glaubwürdigkeit gibt."

Hans Hobelsberger, von der katholischen Fachhochschule Paderborn.