Mit diesem Wandbehang als Geschenk besucht die Gruppe das afrikanische Land Namibia (von links): Gundel Templin, Klaus Wiegand, Vecheldes Pröpstin Pia Dittmann-Saxel, Magrit Seidel, Norbert Velten, Gabriele Geyer-Knüppel, Ulrike Block-von Schwartz und Knut Giebel.
Zum Kaffee gibt es eine Schwarzwälder-Kirsch - und in der Hafenstadt Swakopmund ist ein Leuchtturm zu bestaunen, der auf Fehmarn stehen könnte: Wenn die Propsteien Vechelde und Braunschweig Namibia besuchen, wird ihnen in dem afrikanischen Land einiges deutsch vorkommen.<//b>
Der Grund für die rund 8000 Kilometer lange Reise: Die Propstei Vechelde will eine Partnerschaft mit der Evangelical Lutheran Church in Namibia (Elcin) eingehen. Auch wenn die Propsteisynode das noch nicht beschlossen hat, geht Vecheldes Pröpstin Pia Dittmann-Saxel fest davon aus, dass es zu dieser freundschaftlichen Verbindung mit dem afrikanischen Land kommt. "Es ist wichtig als Kirche, den Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen", sagt Pia Dittmann-Saxel. "Namibier und Deutsche können voneinander lernen, ein Missionsgedanken wird es in keinster Weise geben."
Missionsgedanken, die die Deutschen hatten, als das heutige Namibia noch deutsche Kolonie gewesen ist: Vieles - nicht nur Schwarzwälder-Kirsch und Leuchtturm - erinnern dort noch heute an Deutschland. So sind heute infolge der Missionierung cirka 90 Prozent der Namibier Christen. "Unsere Partnerkirche in Namibia wird zwar ihren Glauben ganz anders leben als wir, aber vieles wird uns auch verbinden", ist die Pröpstin überzeugt.
Begleitet bei ihrem zweiwöchigen Besuch wird die Propstei Vechelde von der in Braunschweig, die seit 1996 partnerschaftliche Kontakte zu der Elcin unterhält - und zwar im Norden Namibias, das auch das Ziel der Reise sein wird: Dort ist die Heimat der schwarzen Bevölkerung. Gabriele Geyer-Knüppel, Pastorin in Braunschweig: "Viele Schwarze sind nach wie vor unterprivilegiert und arm, während viele Weiße reich sind." Abgesehen davon sei Aids ein "großes Problem" in dem Land.
"Sand, Felsen, Wüste", beschreibt Diakonie-Beauftragter Norbert Velten weite Teile Namibias, das so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen, aber mit fast zwei Millionen Einwohnern dünn besiedelt ist. Wildtiere wie Warzenschweine, Elefanten, Leoparden, Schlangen - und "auf den Parkplätzen Affen", ergänzt Gabriele Geyer-Knüppel - können die Besucher durchaus zu Gesicht bekommen.
Bei ihrem Aufenthalt ist die Gruppe während der Einweihung einer wetterfesten Kirche in Namibia dabei, die mit Hilfe der Braunschweiger Propstei gebaut worden ist: Für das Gotteshaus bringen die Gäste aus Deutschland einen selbst angefertigten Wandbehang mit, auf dem die besten Wünsche verewigt worden sind - etwa "genug Wasser". Schließlich ist die Wasserversorgung in dem größtenteils trockenen Namibia immer wieder ein Problem.
Sollte es wie geplant zur Partnerschaft mit Namibia kommen, setzt sich Pia Dittmann-Saxel zum Ziel, trotz der Distanz "die Menschen zusammenzuführen". Norbert Velten spricht von einem lohnenden Vorhaben, denn: "Die Menschen in Namibia leben in einer ganz anderen Welt als wir in Deutschland."