…schreibt der Schweizer Schriftsteller Max Frisch in einem seiner Romane. Nicht herablassend blickt der Protagonist des Romans auf die Institution der Beichte. Im Gegenteil: er beneidet seine Mitmenschen darum. Immerhin: Sein Hund scheint ein guter Zuhörer zu sein und wird -auch wenn er nicht darauf verpflichtet ist- das Seelsorgegeheimnis gewiss nicht brechen. Aber etwas fehlt dann doch. Eine Antwort, eine Art Absolution, ein „du darfst den Neuanfang wagen“, eine Vergewisserung, vielleicht auch einfach nur ein sanftes Schulterklopfen.
Dass die Beichte nur katholisch sei, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Als gemeinsames Schuldbekenntnis hat sie bis heute im Buß- und Bettags-Gottesdienst ihren festen Ort in der evangelischen Kirche. Ja, auch Protestanten kennen die Beichte, wenngleich eine Einzelbeichte wie im Film eher selten ist.
Der Buß- und Bettag ist ein guter Tag um sein Herz zu öffnen, still, im Zwiegespräch mit Gott. Abzugeben, was bedrückt, ehrlich zu sich selber zu sein, wo man sein Ziel verfehlt hat und schuldig geworden ist - an Gott, an seinen Mitmenschen, an der Schöpfung oder sich selbst. Denn Beichte will nicht klein, sondern frei machen. Das Alte abgeben um neu zu werden, neue Wege gehen zu können. Und wo, wenn nicht bei Gott, hat das seinen Ort, was man keinem anderen Menschen erzählen mag? Der Buß- und Bettag lädt uns dazu ein innezuhalten und aufrichtig mit uns selbst zu sein, damit wir befreit und aufrecht gehen können. Wer sich darauf einlässt, der braucht dann auch den Hund nicht mehr als Beichtvater.